Angriff auf den Einzelhandel Temu & Shein
Temu & Shein: Milliardenverlust für Deutschland – was wirklich dahinter steckt
Die Zahlen sind eindeutig – und sie sind für den deutschen Einzelhandel alles andere als harmlos.
Die Plattformen Temu und Shein greifen tief in die Struktur der deutschen Wirtschaft ein. Was auf den ersten Blick nach ein paar günstigen Online-Bestellungen aussieht, entwickelt sich volkswirtschaftlich zu einem echten Problem.
2,5 Milliarden Euro – nur der Anfang
Laut Analyse von Institut der Deutschen Wirtschaft im Auftrag des Handelsverband Deutschland entgehen dem deutschen Einzelhandel jährlich rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz.
Doch entscheidend ist:
Die reale wirtschaftliche Wirkung ist doppelt so hoch.
Warum?
Weil jeder Euro im Einzelhandel eine Kettenreaktion auslöst:
- Mieten für Ladenflächen
- Gehälter für Mitarbeiter
- Logistik, Energie, Dienstleistungen
Ergebnis: Bis zu 5 Milliarden Euro wirtschaftlicher Schaden pro Jahr
Der entscheidende Hebel: Kaufverhalten
Die Umfrage unter 4.000 Konsumenten zeigt ein interessantes Detail:
- 51 % hätten die Produkte auch woanders gekauft
- 19 % hätten sogar mehr bezahlt
Bedeutet:
Es geht nicht um „zusätzlichen Konsum“, sondern um verlagerte Kaufkraft.
Das Geld bleibt nicht im deutschen Wirtschaftskreislauf.
40.000 Jobs – einfach weg
Die Analyse kommt zu einer drastischen Zahl:
Über 40.000 Arbeitsplätze sind bereits verloren gegangen
Betroffen:
- Klassischer Einzelhandel
- Innenstädte
- Zulieferer (z. B. Logistik, Reinigung, Energie)
Das ist kein kurzfristiger Effekt – sondern ein struktureller Wandel.

Angriff auf den Einzelhandel Temu & Shein Infografik
460.000 Pakete – täglich
Laut HDE:
460.000 Pakete pro Tag aus China nach Deutschland
Das entspricht:
- ca. 168 Millionen Sendungen pro Jahr
- enorme Belastung für Logistik & Umwelt
- massive Skalierung eines Systems, das lokale Händler umgeht
Staat verliert hunderte Millionen
Der Staat verliert laut Studie bis zu:
420 Millionen Euro Steuereinnahmen jährlich
Warum?
Weil bei Bestellungen über Plattformen wie Temu & Shein:
- weniger Gewerbesteuer
- weniger Lohnsteuer
- weniger Körperschaftsteuer
anfallen.
Kurz gesagt:
Das System entzieht sich teilweise dem klassischen Steuerkreislauf.

Angriff auf den Einzelhandel Temu & Shein
Politische Reaktion: Die EU greift ein
Die Europäische Kommission reagiert inzwischen:
Geplante Maßnahmen:
- Bearbeitungsgebühr pro Paket (ab November)
- 3 Euro Abgabe für Sendungen unter 150 € (Übergangslösung)
- Zukünftig: Zollpflicht ab dem ersten Euro
Zusätzlich laufen Verfahren:
- wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act
- Untersuchungen durch das Bundeskartellamt
Das eigentliche Problem (und warum es größer ist als es wirkt)
Das Thema wird oft zu einfach dargestellt („billig vs. teuer“).
Die Realität ist komplexer:
Temu & Shein sind:
- extrem datengetrieben
- hochoptimiert auf Preis & Conversion
- direkt mit Produzenten verbunden
Der deutsche Einzelhandel ist:
- reguliert
- kostenintensiv (Miete, Personal, Energie)
- steuerlich voll eingebunden
Ergebnis: struktureller Wettbewerbsnachteil
Systemischer Druck auf den Mittelstand
Was hier passiert, ist kein kurzfristiger Trend, sondern:
ein systemischer Angriff auf lokale Wertschöpfung
Wenn sich das weiter verstärkt:
- verlieren Innenstädte weiter an Bedeutung
- sinkt die Beschäftigung im Handel
- wächst die Abhängigkeit von ausländischen Plattformen
Strategische Einordnung (wichtig für Unternehmer)
Wenn du Unternehmer bist, solltest du das nicht als „Handelsthema“ sehen, sondern als:
Warnsignal für digitale Disruption
Denn das gleiche Prinzip kann jede Branche treffen:
- Direktvertrieb statt Zwischenhandel
- Plattform statt lokalem Anbieter
- Preis-Algorithmus statt Beratung
FAQ: Temu, Shein & die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft
Was genau ist das Problem mit Temu und Shein?
Die Plattformen Temu und Shein bieten extrem günstige Produkte an, oft direkt vom Hersteller aus China.
Das Problem: Diese Käufe ersetzen häufig Einkäufe im deutschen Einzelhandel – das Geld verlässt also den heimischen Wirtschaftskreislauf.
Wie hoch ist der wirtschaftliche Schaden wirklich?
Laut Studien des Institut der Deutschen Wirtschaft im Auftrag des Handelsverband Deutschland:
- 2,5 Milliarden € Umsatzverlust im Einzelhandel
- Bis zu 5 Milliarden € gesamtwirtschaftlicher Effekt
Hintergrund: Jeder Euro im Handel erzeugt zusätzliche Wertschöpfung (Multiplikatoreffekt).
Warum kaufen so viele Menschen trotzdem dort ein?
Die Hauptgründe sind:
- Sehr niedrige Preise
- Große Produktauswahl
- Aggressive Rabatt- und Marketingstrategien
- Bequemlichkeit durch Apps und Direktversand
Wichtig: Viele Kunden würden laut Studien auch woanders kaufen – teilweise sogar zu höheren Preisen.
Wie viele Arbeitsplätze sind betroffen?
Schätzungen gehen von:
über 40.000 verlorenen Jobs in Deutschland
Betroffen sind:
- Einzelhandel
- Logistik & Zulieferer
- Dienstleister im Umfeld (z. B. Reinigung, Sicherheit, Energie)
Warum gehen dem Staat Steuereinnahmen verloren?
Wenn Produkte über ausländische Plattformen gekauft werden:
- fallen weniger Gewerbesteuern in Deutschland an
- weniger Lohnsteuern, da Jobs wegfallen
- weniger Körperschaftsteuer von Unternehmen
Ergebnis: bis zu 420 Millionen € weniger Steuereinnahmen pro Jahr
Was hat es mit den 460.000 Paketen täglich auf sich?
Laut HDE:
Täglich rund 460.000 Pakete aus China nach Deutschland
Das bedeutet:
- enorme Logistikmengen
- steigende Umweltbelastung
- zunehmender Druck auf lokale Händler
Sind Temu und Shein illegal?
Nein – grundsätzlich sind beide Plattformen legal.
ABER:
- Es gibt Kritik an Produktqualität und Sicherheitsstandards
- Vorwürfe unfairer Wettbewerbsbedingungen
- laufende Prüfungen durch Behörden
Die Europäische Kommission untersucht mögliche Verstöße gegen den Digital Services Act.
Was unternimmt die Politik aktuell?
Geplante Maßnahmen in der EU:
- Bearbeitungsgebühr pro Paket
- 3 € Abgabe für Sendungen unter 150 €
- langfristig: Zollpflicht ab dem ersten Euro
Ziel: fairere Wettbewerbsbedingungen schaffen
Warum ist der deutsche Einzelhandel im Nachteil?
Deutsche Händler haben höhere Kosten:
- Mieten für Ladenflächen
- Personalkosten
- Steuern und Abgaben
- gesetzliche Auflagen
Plattformen wie Temu umgehen viele dieser Kostenstrukturen.
Ist das nur ein Problem für den Einzelhandel?
Nein – das ist ein gesamtwirtschaftliches Thema:
Betroffen sind:
- Innenstädte (Leerstand)
- Arbeitsmarkt
- Steueraufkommen
- regionale Wirtschaftskraft
Es geht um die Stabilität des gesamten Wirtschaftssystems.
Welche langfristigen Folgen drohen?
Wenn sich der Trend fortsetzt:
- weniger stationäre Geschäfte
- mehr Abhängigkeit von ausländischen Plattformen
- sinkende lokale Wertschöpfung
- strukturelle Veränderungen im Arbeitsmarkt
Können deutsche Händler überhaupt konkurrieren?
Ja – aber anders:
Erfolgsfaktoren sind:
- Spezialisierung
- Qualität statt Preis
- Beratung & Service
- Markenaufbau
- Omnichannel-Strategien
Reiner Preiswettbewerb ist kaum zu gewinnen.
Was bedeutet das für Unternehmer allgemein?
Das Thema ist ein Beispiel für:
digitale Disruption durch Plattformökonomie
Das gleiche Prinzip kann jede Branche treffen:
- Direktvertrieb statt Zwischenhandel
- globale Anbieter statt lokaler Märkte
- datengetriebene Preisoptimierung
Sollte man als Verbraucher auf Temu und Shein verzichten?
Das ist eine individuelle Entscheidung.
Aber wirtschaftlich gilt:
Jeder Kauf ist auch eine Entscheidung darüber,
wo Wertschöpfung entsteht:
- lokal
- national
- oder international
Wie können Unternehmen sich schützen?
Konkrete Maßnahmen:
- Kostenstruktur optimieren
- digitale Vertriebskanäle aufbauen
- Kundenbindung stärken
- Differenzierung statt Preiskampf
- frühzeitig auf Marktveränderungen reagieren
- Rechtzeitig Unternehmen verkaufen
Temu und Shein sind kein kurzfristiger Trend, sondern ein struktureller Wandel.
Für Unternehmer bedeutet das:
- Risiken früh erkennen
- Strategien anpassen
- Wettbewerb neu denken


